Vilnius & Trakai

Vilnius, Litauen. Wohin fliegst du???“ „Nach Vilnius, die Hauptstadt von Litauen“. „Aha, und was gibt’s da?“ Das waren die Reaktionen, wenn ich erzählt habe, dass ich für ein Wochenende nach Vilnius fliege. Ich mag es an Orte zu reisen, die unüblich sind oder noch nicht so überannt vom Tourismus. Meine Freundin und ich wollten zusammen irgendwohin fliegen für ein Wochenende. Da sie aber in Bayern wohnt und ich in NRW, mussten wir einen Ort finden, der von beiden Orten mit dem Flugzeug erreichbar ist und wo die Abflugtage einigermaßen übereinstimmen. Wir haben beide schon im Vorfeld gehört, das Vilnius eine schöne Stadt sein soll und wie der Zufall es wollte, hatten wir beide, recht gut passende Verbindungsmöglichkeiten um uns dort zu treffen. Ich bin von Dortmund aus mit Wizzair geflogen und habe für Priority 60 Euro bezahlt (return). Mein Hinflug ging am Freitag Nachmittag, so habe ich den ersten Abend dort alleine verbracht, da meine Freundin Samstag früh zu mir gestossen ist. Zurück ging es für mich am Montag, sehr früh am Morgen. Meine Freundin hatte ihren Rückflug nach Nürnberg, sie ist übrigens mit Ryanair geflogen, Dienstag früh. So hatte jeder von uns eine überschaubare Zeit allein dort. Mit meiner Reise nach Litauen, habe ich alle drei baltischen Staaten nun bereist und bin begeistert, naja, ok, man sollte vielleicht nicht unbedingt im Winter dort hinreisen 😀 Wobei auch das, seinen ganz eigenen, durchaus schönen Charme hat, aber es ist bitterkalt.

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Ein paar Fakten über Litauen

Der südlichste der drei Baltikumstaaten ist Litauen. Ehemals gehörte das kleine Land der Sowjetrepublik an. Litauen grenzt an Polen, Lettland und Weißrussland. Vilnius ist die Hauptstadt und liegt nicht weit entfernt der weißrussischen Grenze. In Vilnius leben ca. 500.000 Menschen, die Bevölkerung ist sehr jung, das spiegelt sich auch am Stadtbild wieder. Außerdem haben ca. 60 % der Litauer einen akademischen Abschluss und es läßt sich ein Trend der Rückwanderung, der jungen Bevölkerung aus dem Ausland beobachten. Litauen selbst hat ca. 3 Millionen Einwohner und ist somit recht klein. Das Land gehört der Europäischen Union an und hat auch den Euro als Währung.

Freitag, 23. Februar, Abflug nach Vilnius

Noch etwas angeschlagen, ich hatte mir einen grippalen Infekt eingefangen, machte ich mich gegen 12 Uhr auf nach Dortmund zum Flughafen. Ich habe im Vorfeld einen Parkplatz, 600 m Fußweg vom Flughafen entfernt, für 20 Euro gebucht. Günstig, wie ich finde, für den Zug hätte ich mehr ausgegeben. Wie immer, kam ich just in time am Flughafen an. Trotz eisiger Kälte, erreichte ich das Gate nass geschwitzt, da ich schon spät dran war. Glück gehabt, gerade noch pünktlich und Verspätung gab es auch noch, wie sich am Ende herausstellte. Litauen ist uns eine Stunde voraus. Man fliegt etwas über 1 Stunde dorthin. Mit Verspätung kam ich gegen 17:30 Uhr an und machte mich auf den Weg  Flughafen um zum Hotel zu kommen. Das Hotel habe ich wie üblich, bei booking.com gebucht.  Für 4 Nächte im Doppelzimmer habe ich 118 Euro im Corner Hotel bezahlt. Bis in die Altstadt waren es ca. 20 Minuten zu Fuß. Das Frühstück hat nochmal 5 Euro extra gekostet aber es ist empfehlenswert, da es ein Buffet inkl. Kaltgetränke, Tee und Kaffee gibt. Ich bin mit dem Bus (1 Euro) vom Flughafen ca. 15 Minuten bis zum Hotel gefahren. Der Bus hält auch quasi vor dem Hotel. Nachdem ich eingecheckt und meine Sachen im Zimmer gelassen habe, machte ich mich auf den Weg in die Altstadt. Mittlerweile war es auch schon dunkel aber ich wollte noch einen Kaffee trinken und mir einen ersten Eindruck von Vilnius verschaffen.

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Es war bitterkalt. -15 Grad. Aber auch hier war es wieder eine trockene Kälte, die nicht unangenehm war. Trotzdem stellte sich die Tage heraus, das es so kalt war, das man sich nicht allzu lange draußen aufhalten konnte. Nichtsdestotrotz, schlenderte ich durch die Altstadt von Vilnius, kam an vielen Kirchen vorbei, an der Universität und bin einfach in die verschiedenen Gässchen hineingelaufen. Die Universität in Vilnius ist übrigens die älteste Universität der baltischen Staaten.

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Universität von Vilnius

Irgendwann war mir dann so kalt und ich wollte mehr denn je einen Kaffee und bin ins nächste Café spaziert 🙂 Ich sass dort gute 2 Stündchen, trank zwei Cappuccino und beobachtete das bunte Treiben. Mittlerweile war es schon 20:30 Uhr und ich machte mich auf den Weg zurück ins Hotel.

Samstag, 24. Februar, Vilnius, Litauen

Nachdem ich ausgeschlafen hatte,  machte ich mich fertig und ging runter zum Frühstück. Gegen 11 Uhr trudelte meine Freundin endlich ein 🙂 Wir haben vor einigen Jahren mal zusammen auf einer Zugfahrt (anderes Thema :D) gearbeitet und uns super verstanden und sind seitdem in Kontakt geblieben. Vilnius war aber unsere erste, gemeinsame Reise nach der Zugfahrt, vor ca. 5 Jahren. Manchmal lernt man durch Zufälle, die tollsten Menschen im Leben kennen und umso schöner ist es, wenn man es schafft in Kontakt zu bleiben. Wir fahren übrigens Ende April zusammen 2 Wochen nach China und Peking – Artikel folgt zur gegebenen Zeit 🙂

Aber gut, zurück zu Vilnius 🙂 Wir machten uns auf in Altstadt. Schlenderten ein wenig rum und gelangten auf den Kathedralenplatz. Der Glockenturm ist das Wahrzeichen der Altstadt. Der Turm war im 13. Jahrhundert Teil der Verteidigungsmauer und bis heute ist fast das ganze erste Stockwerk des alten Turms erhalten geblieben. Man kann auch hinaufgehen und den Ausblick von oben geniessen.

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Kathedralenplatz mit Glockenturm

Da es aber eisig kalt war, suchten wir uns nach dem kurzen Spaziergang erstmal ein Café um etwas warmes zu trinken  und endlich mal etwas ausführlicher zu quatschen 🙂 Nach ca. 2 Stunden ging unsere Tour weiter. Wir liefen einfach, ohne Plan wohlbemerkt, die noch mit Weihnachtsschmuck behangene Einkaufstraße hinunter. Das waren gute 2 km, die wegen der Kälte echt anstrengend waren…

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Einkaufsstraße

Wir gelangten, schon etwas außerhalb des Stadtzentrums bzw. weit ausserhalb der Altstadt, an einem Park, in dem viele Kinder den Park als Rodelbahn nutzten. Hat sich auch angeboten, da der Park auf einem Berg lag. Leider weiß ich den Namen nicht mehr. Da wir eh davor standen, sind wir auch hochgelaufen. Man hat die Stadt ein wenig von oben bestaunen können.

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Ausblick vom Park

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Wir machten uns wieder auf den Rückweg Richtung Altstadt, in der Hoffnung, unterwegs noch in einem Café anzuhalten und uns aufzuwärmen. Gesagt getan. Es gibt echt viele Cafes in Vilnius, die meisten gehören einer (lokalen?) Kette an, so das man immer wieder, die gleichen Cafes findet. Da wir noch Zeit hatten und es erst langsam anfing dunkel zu werden, machten wir noch einen Abstecher in das Stadtviertel Uzupis.

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Vilnius Altstadt

 

Uzupis befindet sich am Rand der Altstadt. Der Stadtteil ist sehr bergig und dort befindet sich auch das Industriegelände der Stadt, das in der sowjetischen Zeit entstanden ist. Früher haben hier hauptsächlich Juden gewohnt. Ein großer Teil der Bevölkerung, kam während des Holocaust um. Die leerstehenden Hauser wurden von Obdachlosen und Kriminellen besetzt. Vor 1990, der litauischen Unabhängigkeitserklärung, war der Stadtteil sehr heruntergekommen. Viele Häuser hatten kein Strom und keine sanitären Anlagen.

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Ein kurzer Spaziergang durch Uzupis lohnt allemal wenn man in Vilnius ist. Langsam wurde es auch dunkel und wir bekamen hunger. Was auf keinen Fall fehlen darf bei solchen Trips, ist es die lokale Küche auszuprobieren. Für mich immer eine Must Do!

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Uzupis

 

Die litauische Küche ist eine Mischung aus russischer und polnischer Küche. In der Altstadt stolperten wir über das Restaurant Forto Dvaras, ein typisches litauisches Restaurant. Sehr gemütlich und die Bedienung ist in litauische Trachten gekleidet. Wir bestellten uns beide erst einmal eine Suppe zum aufwärmen. Danach entschieden wir uns beide, für ein typisch litauisches Gericht: Kartoffelteigtaschen mit Fleischfüllung. Mhhhh…. also ich muss ganz ehrlich sagen: Probieren sollte man es aber für mich persönlich war es zu fettig. Sehr sättigend, ich hatte zwei auf dem Teller, einer hätte definitiv gereicht, und es lag hinterher recht schwer im Magen. Nichtsdestotrotz, waren wir satt und glücklich und haben einen tollen Abend dort verbracht.

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Vilnius Altstadt

 

Sonntag, 25. Februar, Trakai, Litauen

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Heute machten wir uns nach einem langen, gemütlichen Frühstück auf zum Bahnhof um nach Trakai zu fahren. Trakai liegt ca. 30 km von Vilnius entfernt und hat 5000 Einwohner. Man kann mit dem Zug dorthin fahren, dauert ca. 40 Minuten oder mit dem Bus, dauert ca. 30 Minuten. Wir sind auf dem Hinweg mit dem Zug gefahren. Die Züge sind wie unsere RE’s, aber neuer, sauberer und moderner. Die Fahrt mit beiden Verkehrsmitteln kostet nur 1,80 Euro. Trakai ist eine hübsches und gemütliches Städtchen, umgeben von Seen und Burgen. Bekannt ist es bei Touristen vorrangig für die Wasserburg. Die Burg liegt auf einer Insel im See. Mehr zur Geschichte der Burg könnt hier nachlesen.

Vom Bahnhof in Trakai sind wir noch gute 2 km zur Wasserburg gelaufen. Außer, dass es natürlich eiskalt war, war das aber überhaupt nicht schlimm. Wir sind an schönen Häusern und Kirchen vorbeigelaufen, die sich hervorragend zum fotografieren eignen.

An der Burg angekommen, war der See drumherum gefrorren und die restlichen Touristen und Einheimischen die dort waren, spazierten einfach über den gefrorreren See rüber zum Schloß. Wir natürlich auch 🙂 Ich fand es toll! Wann bin ich zuletzt über einen gefrorrenen See gelaufen? Als Kind! Also eins muss ich sagen: in den Baltikumstaaten kann man noch richtigen Winter erleben!

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Wasserburg Trakai

 

Wir sind also zur Burg rübergelaufen, haben mal reingeguckt aber sind nicht in das Museum reingegangen. Der Eintritt beträgt aktuell 7 Euro (Stand:2018). Nicht, weil uns das Geld zu schade war, sondern einfach aus mangelndem Interesse. Es war Highlight genug, die Burg von außen zu sehen und über den gefrorrenen See zu laufen 🙂 Noch ein Stückchen weiter über den See, an der Wasserburg vorbei, befand sich noch ein Park mit einem schönen, weißen Gebäuude am Ende des Sees. Da wir Zeit hatten, sind wir komplett rüber gelaufen. Es stellte sich heraus, dass dieses Gebäude damals als Küche diente – zugehörig zur Wasserburg. Was sich heute dort befindet, weiß ich leider nicht aber vermutlich ein Restaurant bzw. ein Veranstaltungsort.

Nach einem kurzen Spaziergang und einigen Fotoaufnahmen, machten wir uns über den See auch wieder auf den Rückweg. Auf der anderen Seite vom See, unserer Ausgangsseite, befand sich ein gemütliches Café in das wir rein gingen. Und wieder: nur junge Leute 🙂 Wir saßen gute 2 Stunden dort und bestellten uns die Suppe des Tages. Was war die Suppe des Tages? Gurkensuppe! Total lecker, kann ich nur empfehlen! Gurkensuppe wird aus sauren Gurken gemacht und schmeckt dem entsprechend etwas säuerlich aber sehr gut 🙂

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Bona Pizzeria, Trakai, Litauen

 

Gegen 18 Uhr machten wir uns auf den Rückweg. Da der letzte Zug um 18 Uhr fuhr, nahmen wir den Bus.

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Wasserburg Trakai

 

In Vilnius angekommen, wollten wir noch etwas essen gehen – aber keine lokale Küche mehr 😉 Wir entschieden uns für Sushi und ich kann dieses Restaurant wärmstens empfehlen: Labuki. Wir sind beide satt geworden, 2 Suppen, 2 Portionen Sushi a 6 Stück, Mini-Frühlingsrollen, eine Kanne Tee und ein Bier –> 34 Euro. Sushi ist meistens etwas teurer aber ich finde, den Preis vollkommen ok, 17 Euro pro Person inkl. Getränke, kann man nicht meckern.

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Zurück ins Hotel haben wir uns ein Taxi gegönnt. Mir ist ganz anders bei dem Gedanken geworden, jetzt noch 20 Minuten bei -20 Grad zurück zum Hotel zu laufen. Das Taxi war die beste Entscheidung. Wir haben ganze 2 Euro bezahlt. Und so ging ein zweiter, schöner Tag zuende.

Montag, 26. Februar, Rückflug nach Deutschland

Heute hieß es für mich sehr früh aufstehen. Um kurz vor 5. Das Taxi holte mich um halb 6 ab. 5 Euro habe ich bezahlt. Ich hatte keine Lust so früh am Morgen in der Kälte mit dem Bus zu fahren 😀 Mein Flieger ging um 07:10 Uhr. Es war ein total schönes und gelungenes langes Wochenende in Vilnius. Ich denke, ich werde mir die Stadt irgendwann mal noch im Sommer zu Gemüte ziehen 🙂

Wart ihr schon mal in Vilnius?

 Tipps für Vilnius, Litauen

  1. Vilnius Altstadt.  Einfach durch die Altstadt schlendern, der Stadtkern ist nicht groß, ihr gelangt automatisch an alle Plätze und Kirchen, ohne jetzt die einzelnen Sachen hier aufzuzählen.
  2. Vilnius Neustadt. Geht einfach mal hinaus aus der Altstadt und spaziert durch die Stadt. Ihr werdet den Kontrast sehen.
  3. In eines der vielen Cafes und Restaurant gehen und die Zeit genießen.
  4. Ausflug nach Trakai. Ihr seid innerhalb von 30 Minuten für 1,80 Euro in Trakai. Je nachdem, ob ihr in das Museum wollt oder nicht, reicht ein 0,5 -1- Tagesausflug.
  5. Lokale Küche ausprobieren.

Ich kann euch keine genauen Punkte nennen, so wie in Paris oder London. Na klar, es gibt sehr viele Kirchen, die man sich anschauen kann und die alle auch einen Namen haben aber Vilnius ist eine kleine Hauptstadt und man kann einfach planlos drauf loslaufen und man sieht alle wichtigen Dinge, die diese hübsche Stadt ausmachen.

 

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