Von Porto nach Lissabon und an die Algarve

2 Wochen Portugal. Vom Norden in den Süden. Von oben nach unten. Mit einer Freundin planten wir im Sommer 2015 Portugal zu erkunden. Naja, es war schon eher Spätsommer. Ende August ging es los. Mal wieder mit Ryanair von Weeze aus. Wir buchten den Hinflug nach Porto und zurück nachhause sollte es dann Faro aus gehen.

Porto

Wir sind spät abends in Porto angekommen. Wir haben eine kurze Night Walking Tour gestartet. Porto bei Nacht war ziemlich leer aber auch sehr schön. Wir wollten nur 1 Nacht in Porto übernachten und dann den nächsten Tag dort verbringen und abends weiter nach Aveiro fahren. Portugals kleines Venedig, wie ich gelesen habe.

Ok, es war spät, ab in die Unterkunft. Wir haben im Grande Oceano Guest House übernachtet. Das Guesthouse ist ein typisches, portugiesisches Haus, mit einem engen und steilen Treppenaufgang. Besonders angenehm mit Koffern 😉

Wir hatten leider nur 1 Tag in Porto eingeplant, deswegen hieß es jetzt, soviel wie möglich innerhalb kürzester Zeit von der Stadt sehen und kennenlernen. Unser morgen startete mit einem Frühstück. Beim Frühstück, überlegten wir, wie wir Porto erkunden möchten. Wir haben uns dazu entschieden, einen der  Hop on Hop off Busse zu nehmen. So sparen wir Zeit und können die wichtigsten Stationen, innerhalb kürzester Zeit, sehen.

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Aber erst gehen wir zum Bahnhof São Bento, um die Abfahrtszeiten nach Aveiro zu checken. Der Bahnhof an sich ist schon eine Sehenswürdigkeit. In der Eingangshalle sind die Wände mit über 20.000 „Azulejos“ (blaue Kacheln) des Malers Jorge Colaço  überzogen. Die Bilder zeigen die Geschichte Portugals und Portos aus dem 14. Jahrhundert. Hauptsächlich sind Schlachtszenen und geschichtliche Ereignisse abgebildet. Der Bahnhof ist wirklich wunderschön und darf bei einem Aufenthalt in Porto nicht ausgelassen werden.

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Wir schlenderten danach noch ein wenig durch das Stadtzentrum und die engen Gässchen bis wir schließlich zur Haltestelle des Touribusses gingen. Mit dem Bus fuhren wir über die Brücke „Ponte Dom Louis“, das Wahrzeichen von Porto. Die Brücke verbindet das Nordufer mit dem Südufer, Vila Nova de Gaia. Sie besteht aus 3000 Tonnen Eisen und erinnert in ihren Design an den Eiffelturm. Der Architekt der Brücke war ein Schüler von Gustave Eiffel, von daher nicht sehr verwunderlich.

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Wir stiegen schließlich auf der Süduferseite, in Vila Nova de Gaia, aus und spazierten umher. Der Ausblick bot eine tolle Fotokulisse. Wir haben einen kleinen Straßenmarkt gefunden, wo Handgemachte Souvenirs, Schmuck, Taschen und Kleidung verkauft wurden. Es gab wirklich sehr schöne Sachen aber ich wollte mich zurückhalten, da es erst unser 1. Tag war und ich mir sicher war, diese Sachen auch noch an anderen Orten von Portugal zu finden. Dem war leider nicht so. Und auch preislich, waren diese Sachen um einiges günstiger, verglichen mit Lissabon oder der Algarve. Naja, aus Fehlern lernt man ja bekanntlich 🙂

Nach ca. 2 Stunden stiegen wir wieder in den Bus und setzten unsere Tour fort. Wir fuhren an einer schönen Kirche vorbei, deren Front ebenfalls von Azulejos bedeck war.

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Porto ist eine alternative Stadt und das hat mir sehr gefallen. Nicht so überfüllt mit Touristen wie z.B. Lissabon und auch viel gechillter. Da wir ja leider nur begrenzt Zeit hatten, konnten wir uns nicht alles ansehen. Meine Freundin hatte schließlich auch hunger und so haben wir einen kurzen Magen-Füll Stopp eingelegt, aber vorher noch ein portugiesisches Bier in der Sonne genossen. Was auf keinen Fall fehlen durfte, war ein Glas Portwein! Hey, der Portwein kommt aus der Region! Den muss man probiert haben hier!

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Wir sind noch ein wenig über den Praça da Liberdade, das Stadtzentrum und einige kleine Gässchen gelaufen. Porto ist sehr hügelig, deswegen unbedingt bequeme Schuhe einpacken! Wir sind auch in einige, kleinere Kunstgeschäfte reingegangen, in denen echt tolle, kreative Sachen verkauft wurden! Natürlich durfte ein Besuch der Kathedrale nicht fehlen. Die Kathedrale Sé liegt auf einem Hügel in der Altstadt. Seit 1996 gehört sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Kathedrale erinnert in ihrem Baustil eher an eine Burg. Unbedingt besichtigen, wenn man in Porto unterwegs ist!

So, nun rannte langsam auch die Zeit. Wir sind wieder zurück in Richtung Zentrum gelaufen. Wir wollten ja noch in Ruhe ein Glas Portwein trinken 🙂 Nachdem wir uns eine nette Bar rausgesucht haben, setzten wir uns draußen hin und genossen unser Glas Portwein. Und dann war es auch schon Zeit, die Koffer zu holen und zum Bahnhof zu gehen.

Porto hat sicherlich viel mehr zu bieten, als ich hier berichten kann. Mir hat die Stadt sehr gut gefallen und ich möchte defintiv nochmal zurückkommen! Porto = Daumen hoch –> unbedingt mal ein Wochenende in dieser tollen Stadt verbringen!

Aveiro

Weiter ging es am Abend nach Aveiro, Portugals Venedig. Der Zug hat uns übrigens 7 € gekostet, also nichts. Aveiro, ein kleines Städtchen im Norden des Landes, liegt zwischen Porto und Lissabon. Die Fahrt dauerte nicht lange, 40 Minuten. Auch in Aveiro kamen wir abends an. Wir haben eine Nacht im Royal Guesthouse übernachtet. Super schönes Hostel mit tollem Frühstück. Einziges Manko war, dass wir kein Bad im Zimmer hatten, aber da das Guesthouse eh leer war, hatten wir das Gemeinschaftsbad für uns alleine 🙂

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Wir sind vom Bahnhof zum Guesthouse gelaufen, da Google Maps gesagt hat, dass es nur 15 Minuten sind. Aber leider hat Google Maps nicht gesagt, dass wir unsere Koffer eine steile Treppe hochschleppen müssen 😀 Aber wir haben’s geschafft. Es war zwar schon dunkel aber noch nicht allzu spät, so sind wir noch kurz in die Stadt gelaufen, die nicht weit weg von der Unterkunft war. Es ist toll, Städte bei Nacht und bei Tag zu sehen, wenn man die Möglichkeit hat. Es bietet sich immer ein anderer Blick auf den Ort. Aveiro schien richtig süss zu sein wir waren schon auf den nächsten Tag gespannt.

Auch was Street Art angeht, kann Portugal sich sehen lassen. Diese hier, habe ich in Aveiro bei Nacht entdeckt:

Das Städtchen war echt sehr schön und hatte wirklich einen Touch von Venedig. Wir schlenderten am Wasser entlang, schossen recht viele Fotos und gingen dann nochmal in die kleinen Gassen in der Altstadt.

Man kann noch eine Bootstour entlang des Kanals machen aber wir wollten lieber zum Strand fahren. Bei der Touristeninfo haben wir uns schlau gemacht, welchen Bus wir nehmen und wo wir aussteigen müssen. Wir sind nach Costa Nova gefahren. Costa Nova ist bekannt für seine Schwedenhäuschen. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Wir fuhren ca. 20 Minuten mit dem Bus, bis wir in Costa Nova angekommen sind. Wir sind an der Endhaltestelle ausgestiegen. Ein tatsächlich richtig schönes Örtchen. Die Häuser sind schon eine Attraktion für sich! Bunt gestreift und in verschiedenen Variationen.

Wir sind über die Promenade gelaufen und bogen dann einfach in eine der vielen Gassen ein und schauten uns die Gegend an. Später sind wir dann noch zum Strand. Es war zwar bewölkt aber doch warm. Ich hab mir am Ende des Tages einen leichten Sonnenbrand geholt. Costa Nova ist in jedem Fall einen Tagesausflug wert!

 

Am gleichen Abend ging es für uns auch schon weiter nach Lissabon! Für Lissabon haben wir 4 Tage eingeplant inkl. einem Tagesausflug nach Cabo de Roca und Sintra. Wir hatten also effektiv 3 volle Tage in Lissabon selbst und der Tagesausflug dauerte einen halben Tag, so dass wir noch ein wenig mehr Zeit in Lissabon hatten. Meiner Meinung nach, hätten 2-2,5 Tage in Lissabon völlig ausgereicht. Auch hier fuhren wir wieder mit dem Zug weiter. 2,5 Stunden später und ca. 20 € ärmer sind wir dann in Lissabon angekommen 😀

Lissabon und Umgebung

Was mir aufgefallen ist, als ich nach Unterkünften gesucht habe, das diese in Lissabon recht teuer sind. Das günstigste, was ich gefunden habe, hat 40 €/Nacht gekostet. Rosa Douro, hieß das Apartment. Nur zum schlafen war es ok aber ich würde es nicht unbedingt empfehlen. Wir hatten noch das Pech, das unser Fenster zur Hauptstraße raus war. Da es ziemlich warm war, konnten wir auch nur mit offenen Fenster schlafen und da hat die Hauptstraße dann doch etwas gestört. Das Zimmer war auch recht klein für 2 Personen. Trotzdem, war es mitten im Zentrum gelegen und die Altstadt und Einkaufsstraße war mit ca. 20-30 Minuten Fußweg zu erreichen. Es gab ansonsten auch eine U-Bahn Station direkt vor der Tür und diverse Busse fahren dort auch ab.

Was haben wir gemacht in Lissabon? Wir haben eine Free Walking Tour gemacht. Free Walking Tours sind eine tolle und sehr günstige Möglichkeit eine Stadt und ihre Geschichte kennenzulernen. Die Touren dauern je nachdem, 2-3 Stunden und man läuft die wichtigsten Stationen in einer Stadt ab. Ein Guide, nicht immer aber oft, ein Expat, der sich in die Stadt verliebt und sich dort einfach niedergelassen hat, erzählt spannende Fakten zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten. Am Ende gibt jeder ein Trinkgeld, soviel wie er möchte, man muss aber nichts geben. Das Trinkgeld ist das Gehalt der Guides. Die Touren werden in Englisch und manchmal auch in Spanisch angeboten. Ich habe schon so einige mitgemacht und fand die bis jetzt immer ganz gut. Einfach mal bei Google „Free Walking Tour Lissabon“ eingeben und dann bekommt ihr genug Ergebnisse. Mittlerweile gibt es mehrere Anbieter. In Lissabon startet die Tour täglich um 11 und 14 Uhr vom Platz Largo de Camoes. Metro: Baixa/Chiado, Ausgang Rua Garrett.

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Was ihr auf jeden Fall auch machen solltet, ist eine Fahrt mit der Straßenbahnlinie 28 (Eléctrico 28). Sie durchquert Lissabon von Ost nach West und fährt an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei, insbesondere in der Altstadt. Allein schon die Fahrt mit so einer Straßenbahn durch die engen Gassen ist ein Erlebnis wert. Startpunkt ist Praça Martim Moniz. Im Stadtteil Graça, sollte man die Fahrt kurz unterbrechen und die Aussicht vom Miradouro da Graça genießen. Ich würde auch noch in Alfama aussteigen. Alfama ist der älteste Stadtteill von Lissabon. Das Labyrinth von engen Straßen, führt von der Mündung des Flusses Tejo bis nach oben auf den Burghügel. Hier befinden sich viele von Lissabons historisch wichtigsten Gebäuden (Sé Kathedrale, Burg von Lissabon, National Pantheon, Sankt Antonius Kirche). Einfach mal zu Fuß erkunden und durch die Gassen schlendern.

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Die Ponte de 25 Abril erinnert stark an die Golden Gate Bridge in San Francisco. Die Brücke wurde 1966 eröffnet und ist insgesamt 2.276 Meter lang. Das einzige Unterscheidungsmerkmal zur Golden Gate Bridge, sind die zwei 190 Meter hohen Pylone mit kreuzenden Riegeln. 150.000 Fahrzeuge fahren täglich über die Brücke. Am schönsten ist sie bei Sonnenuntergang oder auch beim Sonnenaufgang zu bewundern. An einem bewölkten Tag kann es schon mal vorkommen, dass die Brücke nur hinter Nebel zu sehen ist und der Effekt ausbleibt. Mein Foto von der Brücke ist leider nicht so gut geworden aber seht selbst.

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Wenn man durch Lissabons Fußgängerzone (Praça do Comércio), mit vielen Geschäften und Resturants schlendert, kommt man am Arco da Rua Augusta (1875) raus. Dieser erinnert an den Arc de Triumphe in Paris. Für ca. 3 € kann man vom Triumphbogen aus, die Aussicht der Stadt geniessen.

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Mitten im Stadtzentrum befindet sich der Elevador de Santa Justa, in der Nähe des Platzes Rossio. Der Fahrstuhl, der eine 45 Meter hohe Stahlkonstruktion darstellt, wurde von Mesnier de Ponsard, einem Schuler von Gustav Eiffel, gebaut. Der Aufzug verbindet Downton Lissabon mit der Upper town (die Viertel Baixa und Chiado). Zu welcher Zeit der Fahrstuhl in Betrieb ist, kann man an einem Schild am Eingang lessen. Wir sind mit der Free Walking Tour in das Stahlgerüst reingelaufen und sind dann die Treppen bis nach oben gestapft. Mit dem Aufzug selbst sind wir nicht gefahren, da dort auch eine lange Schlange war. Die Fahrt kostet 5 €. Eigentlich kostet der Aufstieg oberhalb der oberen Plattform, dort befindet sich noch eine Besucherplattform, Geld. Wir hatten jedoch Glück, das in dem Moment wo wir hochgingen,keiner an der Kasse stand, so sind wir einfach schnell die Treppen hochgestiegen 🙂

Die restlichen Elevadores, die in der Altstadt zu finden sind, sehen aus wie Standseilbahnen. Meistens sind es zwei Wägen, die sich gleichzeitig bewegen, einer oben und einer unten. Die Fahrt (hoch und runter) kostet ca. 3,60 €.

Das Bairro Alto ist das Ausgehviertel von Lissabon. Er befindet sich oberhalb des Geschäftsviertels Baixa. Das Bairro Alto ist ein  hipper und bunter Stadtteil und auch Zentrum der Lissabonner Hip Hop, Gothic, Jazz aber auch Schwulen und Lesben Szene. Hier findest du viele Bars, Kneipen, Restaurants und Clubs um das Nachtleben Lissabons kennenzulernen. Wir selbst, sind einen Abend im Bairro Alto was essen gegangen. Ebenfalls in der Altstadt, wollte ich unbedingt das „The George Pub“ besuchen, da es einem Bekannten von mir gehörte. Außerdem war an dem Tag ein Fußballspiel, leider erinnere ich micht nicht mehr, wer gespielt war, es war aber ein Länderspiel und das wurde dort übertragen. Mir sowie meiner Freundin hat es sehr gut gefallen, das Essen war gut und auch der Service war in Ordnung. Es ist zwar kein authentisch portugiesischer Pub, sondern ein English Pub, aber man kann dort einen netten Abend verbringen.

Die Cristo Rei Statue ist ebenfalls eine beliebte Sehenswürdigkeit von Lissabon. Wir haben uns diese jedoch nur aus der Ferne angeschaut, da die Statue auch vom anderen Ufer nebst der Ponte de 25 Abril, gut zu sehen ist. Auch das Castelo de São Jorge haben wir uns nur von außen angeschaut. Man läuft automatisch daran vorbei, wenn man durch Alfama schlendert. Archäologische Ausgrabungen und eine Besichtigung von Ruinen hat uns jetzt nicht sonderlich interessiert und einen tollen Ausblick über Lissabon hatten wir auch von anderen Miradores. Aber wenn man sich für Schloßbesichtigungen interessiert, kann man das sicherlich machen. Ich würde nur empfehlen, die Eintrittskarten eventuell vorher im Internet zu reservieren, damit man nicht in einer langen Schlange stehen muss, was besonders im Sommer der Fall ist.

Natürlich haben wir auch einen Ausflug nach Belém gemacht, Belém ist ein Vorort von Lissabon. Dort befindet sich ein weiteres Wahrzeichen Lissabons: der Torre von Belem. Gehört übrigens zum UNESCO-Weltkulturerbe. Man kann den Leuchtturm entweder über eine kleine Brücke vom Land aus erreichen oder aber auch bei einer Rundfahrt mit dem Boot vom Meer aus besichtigen.

In Belém befindet sich außerdem die Pastelaria „Fábrica dos Pastéis de Belém“. Hier werden seit 1873 die typisch portugiesischen Pastel de Nata hergestellt udn auch verkauft. Pastel de Nata ist ein Pudding-Sahne Törtchen in Blätterteig und in ganz Portugal zu finden. Unbedingt probieren wenn man in Portugal ist, sehr lecker! In der Pastelaria kann man schon mal Schlange stehen um reinzukommen und eines der berühmten Törtchen zun essen. Wir haben uns angestellt, da ich gelesen habe, das in dieser Pastelaria die besten Törtchen hergestellt werden. Meine ehrliche Meinung: das Törtchen kann man in jeder anderen Pastelaria kaufen und es schmeckt gleich 😉 Man muss sich nicht unbedingt anstellen und ggf. 1 Stunde warten, bis man rein kann. Drinnen ist es auch nicht besonders spektakulär. Es ist einfach eine riesige Halle mit Tischen und Sitzplätzen, wo man sein Törtchen verspeisen und einen Kaffee, Tee oder ein Kaltgetränk dazu geniessen kann. Es ist aber nicht besonders gemütlich oder wunderschön. Die Entscheidung ist aber natürlich jedem selbst überlassen 🙂

Wir sind von Lissabons Hauptbahnhof mit der S-Bahn (Linha de Cascais/Linha de Estoril) nach Belém gefahren. Was wir uns leider nur von außen anschauen konnten, da es schon geschlossen war, war das Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymitenkloster), welches ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Diese große Klosteranlage ist im gothischen Stil erbaut und erinnert stark an den Kölner Dom.

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Das Café a Brasileira ist das berühmteste Café der Stadt. Warum? Nein, nicht wegen seines Kaffees oder der Puddingtörtchen. Der bedeutende und berühmte portugiesische Dichter Fernando Pessoa, besuchte dieses Café regelmäßig. Heute leistet er den Besuchern des Cafés als bronzene Statue, Gesellschaft.

Der Rossio oder Praça de D. Pedro IV, ist einer der wichtigsten Plätze im Herzen von Lissabon. Es ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt von Straßenbahnlinien und Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit sind.

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Natürlich darf ein Besuch der Kathedrale Sé nicht fehlen. Außerdem ist der Eintritt frei. Man merkt der Kirche ihr Alter an. Besonders beeindruckend ist die Orgel, die aus dem 18. Jahrhundert stammt und bei Gottesdiensten immer noch in Gebrauch ist.

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Typisch portugiesisch ist Fado. Was ist Fado? Fado ist ein portugiesischer Musikstil und ein Vortragsgenre. Heimat des Fado ist Lissabon und Coimbra. Wir haben leider keine Fado Vorstellung besucht aber ist bestimmt eine nette Erfahrung, dies zu tun, wenn man die Möglichkeit und das Interesse hierfür hat.

Wir haben uns auch einen Abend den Expo-Stadtteil am Tejo angeschaut. Dieser wurde 1998 für dieses Ereignis komplett neu geplant und wächst seitdem rasant. Es ist ein sehr modernen Stadtteil der einen interessanten Kontrast zur Altstadt Lissabons bietet. Auch eine Seilbahn, die an der Längsseite entlang fährt ist dort zu finden. Die moderne Promenade am Hafen beheimatet viele Restaurants und Bars.

Tagesauflug von Lissabon nach Cabo de Roca, Sintra und Cascais

Im Stadtzentrum von Lissabon haben wir einen Bus gesehen, der eine Art Touristeninformation war. Man konnte sich über jegliche Aktivitäten, Museen und Tagesausflüge informieren lassen. Wir haben uns dazu entschieden, einen Tagesausflug nach Cabo de Roca, Sintra und Cascais zu machen. Der Ausflug dauerte 8 Stunden. Es ging um 9 Uhr morgens los, Treffpunkt war ein Hotel im Zentrum und die Rückkehr war gegen 17 Uhr. Bezahlt haben wir 45 Euro. Es waren insgesamt 5 Personen in unserem Minivan, naja 6, inkl. unseres Guides 🙂 Ein junges Pärchen und eine ältere Dame.

Erster Stopp war Cabo de Roca. Cabo de Roca ist der westlichste Punkt des Festlands des europäischen Kontinents. Gelegen an der Atlantikküste, 140 Meter über dem Meeresspiegel und ca. 30 Minuten Fahrtzeit von Lissabon entfernt. Ein schönes Fleckchen zum spazieren an der Küste mit einer tollen Fotokulisse. Viel Zeit braucht man hier aber nicht.

Nächster Stopp: Sintra. Sintra ist ein wunderschönes Städtchen, ca. 25 km entfernt von Lissabon. Gelegen in einer Hügel-Landschaft, die sich Sierra Sintra nennt, gehört die Kulturlandschaft seit 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe. In Sintra gibt es viele Burgen, Schlösser und Kloster zu besichtigen. Wir haben uns diese nur aus der Ferne angeschaut, da wir nur 2 Stunden Zeit hatten. Wir sind einfach durch die kleinen, engen Gassen in der Altstadt geschlendert und haben uns noch die Umgebung außerhalb des Ortkerns angeschaut. In Sintra probierten wir auch den berühmten portugiesischen Kirschlikör (Ginja de Obidos Oppidum) der aus kleinen Schokoladentassen getrunken wird. Mhhhhhh, lecker 🙂 Auch ein paar Souvenirs haben wir noch gekauft und ein leckeres Eis gegessen 🙂

Dann ging es weiter nach Cascais. Cascais ist ein portugiesischer Fischerort und liegt am westlichen Rand der Küste von Lissabon. Es ist eine wohlhabende Stadt. Das merkt man schnell an den vielen edlen Häusern die sich dort befindet. Viele wohlhabende Portugiesen verbringen ihre Ferien oder auch einfach nur ihre Wochenende in Cascais. Als Tagesausflug von Lissabon bietet es sich allemal an. Die Stadt versprüht ein sehr lebhaftes und freundliches Flair und auch die schönen Sandstrände sind nicht weit entfernt vom Ortskern. Im Stadtzentrum lassen sich viele Reestaurants, Bars und Open Air Cafés finden, die an einem heißen Tag natürlich sehr cool zu besuchen sind. Auch ein kurzer Spaziergang über die Promenade lohnt sich.

Es ist natürlich schöner, wenn man den Ausflug alleine mit einem Mietwagen machen kann. So ist man zeitlich ungebunden und kann sogar eine Nacht dranhängen und dem Großstadttrubel so für eine kurze Zeit entfliehen. Da wir aber den Mietwagen erst für die Algarve Region gebucht haben, blieb uns nichts anderes übrig. Klar, wir hätten auch auf eigene Faust mit dem Zug fahren können aber dann hätten wir es zeitlich nicht geschafft, alle 3 Orte zu sehen. Zum Cabo de Roca kommt auch ohne Auto nicht hin. Wenn man ein paar Tage in Lissabon verbringt und noch Zeit hat, sollte man sich unbedingt noch die Umgebung anschauen und dafür auf jeden Fall einen Tag einplanen!

Hier noch ein paar Eindrücke von Lissabon:

Unsere Tage in Lissabon neigten sich dem Ende zu. Next Stop: Faro. Mit dem Zug sind wir von Lissabon nach Faro gefahren. Die Fahrt dauert ca. 3,5 Stunden und das Ticket hat uns ca. 20 Euro gekostet. Wir haben in Faro unseren Mietwagen gebucht, da wir auch von Faro zurück nach Deutschland geflogen sind. So konnten wir den Mietwagen natürlich am Ende ganz bequem am Flughafen abgeben. Wir haben einen süssen, weißen Fiat 500 bekommen. Übliches Mietauto, wie man in Portugal sehen konnte, fast jeder hatte so ein Auto als Mietwagen.

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Algarve: Lagos und Umgebung

Unsere Base war Lagos. Dort hatten wir die letzten Tage unseres Portugaltrips unsere Unterkunft gebucht und von da auch haben wir alle weiteren Ausflüge in der Algarve Region unternommen. Vorweg möchte ich sagen, dass ich jetzt rückblickend sagen kann, dass ich echt froh bin, dass wir uns für Lagos als Base und nicht für Albufeira entschieden haben. Albufeira ist zwar größer und es ist mehr los aber natürlich auch überlaufen von Touristen und nicht so schön wie Lagos, meiner Meinung nach. Lagos ist etwas kleiner und schöner, Mir hat es dort besser gefallen. Auch Lagos bietet unzählige Restaurants und Bars zum ausgehen an. Ist aber kleiner und angenehmer. Wenn Algarve, dann wieder Lagos 🙂

Am ersten Tag haben wir natürlich Lagos erkundet. Wir sind ein wenig durch das Stadtzentrum gelaufen und haben dann erst einmal einen Supermarkt gesucht um ein paar Sachen einzukaufen. Abends sind wir was essen und trinken gegangen. Ich muss sagen, dass ich von den Salaten in Portugal schwer beeindruckt war! Die waren einfach der Hammer, egal wo man die gegessen hat!

Cabo de Sao Vincente

Am nächsten Tag machten wir uns auf Richtung Sagres, zum Cabo de Sao Vincente. Cabo de Sao Vincente ist die meistebesuchteste Sehenswürdigkeit an der Algarve. Der südwestlichste Punkt Europas. Ein kleiner Leuchtturm ist der letzte Außenposten bevor man in eine unendliche Weite des Atlantiks schaut.

Wir sind hier ein ganzes Stück rumspaziert und haben unendlich viele Fotos gemacht. Danach ging es weiter zum Strand. Leider erinnere ich mich nicht mehr an den Namen des Strandes, aber das ist auch nicht weiter tragisch. Der Strand war kein besonders schöner Strand verglichen mit den Top Stränden an der Algarve.

Am Abend haben wir uns eine selbst kreierte Käseplatte zusammengestellt und sind mit einer Flasche Rotwein auf die Terrasse unserer Unterkunft 🙂

Am nächsten Tag haben wir einen Strandtag in Lagos eingelegt. Da meine Freundin ein totaler Strandgänger ist, war abgemacht, dass wir auch auf jeden Fall ein paar Tage am Strand verbringen. Die Strände an der Algarve sind echt wunderschön. Besonders die Buchten. Das Wasser ist zwar echt kalt, aber ist ja auch der Atlantik. Portugal ist besonders beliebt bei Surfern. Europas Surfers Paradise sozusagen.

Abends sind wir nach Pera gefahren. Wir haben unterwegs, Plakate gesehen, dass dort ein internationales Sandskulptur Festival stattfindet. Wir haben hin und her überlegt, ob wir hingehen sollen und uns dann am Ende dafür entschieden. Das Thema war Musik & Film. Abends war es sehr schön beleuchtet.

Tavira und  Strand Ilha de Tavira

Am nächsten Tag haben wir einen Ausflug nach Tavira gemacht. Tavira liegt auf der östlichen Seite der Algarve, ca. 30 km von Faro entfernt, nahe der spanischen Grenze und ist ein wunderschönes Städtchen. Nicht so überrannt vom Tourismus wie andere Teile der Algarve, kann man hier noch eine authentische, portugiesischen Erfahrung erleben. Wir haben uns nichts spezielles in Tavira angeschaut sondern sind einfach durch die Stadt geschlendert.

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Ich habe gelesen, dass es einen tollen Strand in Tavira geben soll, der nur mit dem Boot erreichbar ist. Eine Strandinsel sozusagen.  Meine Freundin und ich haben leider einen kleinen Fehler gemacht und uns nicht ausreichend informiert. Wobei so schlimm war es jetzt auch nicht. Wir hätten uns einfach 28 Euro sparen können 😀 Wir wußten nicht, dass es ein großes Boot gibt, das zu bestimmten Uhrzeiten von Tavira zur Strandinsel abfährt und pro Überfahrt 1,50 Euro kostet. So haben wir uns von Taxi-Booten anquatschen lassen und sind für 30 Euro rüber transportiert worden, aber konnten uns dann eine Uhrzeit aussuchen, zu der wir abgeholt werden wollen. Ich muss dazu sagen, dass Ein Strandschirm und 2 Strandstühle in dem Preis inbegriffen waren, das hat es dann wieder wett gemacht 🙂 Also, falls ihr mal so einen Ausflug plant, denkt dran, es gibt kleine Fähren, die Euch für kleines Geld auf die Insel bringen 😉 Schön, war der Strand trotzdem. Wir haben ca. 3 Stunden dort verbracht.

Albufeira

An einem Tag haben wir auch einen Ausflug zur Touristenhochburg Albufeira gemacht. Wir hatten 5 Tage an der Algarve und haben nicht jeden Tag mit Ausflügen zugepackt, da wir ja, wie vorher schon erwähnt, auch Strandtage einlegen wollten. In Albufeira sind wir viel durch die Stadt gelaufen und haben noch die letzten Mitbringsel gekauft. Auch die Strände in der Umgebung haben wir uns angeschaut. Albufeira ist schön, aber wie ich schon am Anfang erwähnt habe, voll mit Touristen. Im Stadtzentrum gibt es unzählige Bars, Kneipen, Restaurants und Clubs. Mir war der Trubel etwas zuviel und hat mich sehr an Massentourismus erinnert. Deswegen war ich froh, dass wir die Tage an der Algarve in Lagos untergebracht waren. Dort waren auch Touristen, ganz klar, aber es ist alles etwas kleiner, gemütlicher  und nicht so arg überlaufen wie in Albufeira. Aber wo man sich jetzt eine Unterkunft sucht, liegt im Ermessen der eigenen Präferenzen. Viele junge Leute, besonders, wenn sie surfen wollen, suchen sich eine Unterkunft ganz woanders, und zwar in Sagres.

 

Faro 

Unser Portugal Trip neigte sich dem Ende zu. Unsere letzte Nacht haben wir im Stay Hotel Faro gebucht. Wir haben 55 Euro für die Nacht bezahlt und das Hotel war echt gut. Absolut empfehlenswert! Wir sind einen Tag vor Rückflug nach Faro gefahren, damit wir uns die Stadt auch noch angucken konnten. Die meisten Stimmen sagen, dass es in Faro nicht unbedingt was zu sehen gibt, das die Stadt nicht besonders schön ist. Stimme ich zu, aber trotzdem würde ich empfehlen, einen halben bis ganzen Tag der Stadt zu widmen, wenn man schon mal da ist. Soooo häßlich ist Faro nun auch nicht.

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Am nächsten morgen mussten wir um 5 Uhr morgens aufstehen, da unser Flug schon recht früh, um 7 Uhr ging. 2 Wochen Roadtrip Portugal waren nun vorbei.

Mein Fazit: Portugal ist klasse! Mir hat es verdammt gut gefallen und ich werde auf jeden Fall nochmal hinfahren. Manchmal scheint es, dass das kleine Land im Schatten von Spanien als Urlaubsziel etwas vergessen wird obwohl es natürlich nicht an Touristen fehlt. Die Menschen sind sehr freundlich und mit Englisch kommt sehr gut weiter. Ein schönes und tolles Land, das auf jeden Fall eine Reise wert ist 🙂 Nicht nur die Algarve und Lissabon, sondern auch der Norden Portugals.

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